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Rettung on Ice?
EISSPORTHALLE / Anja Reichelt veranstaltet eine Show, um mit dem Erlös die Stadt
von den Instandhaltungskosten entlasten zu können. Auch ein Konzept zum Erhalt
legt die Pächterin vor.DINSLAKEN. Mit einer neuen Eisshow im Mai will Anja
Reichelt, Pächterin der Eishalle und Leiterin der Kids on Ice, den Erhalt der
Dinslakener Eissporthalle sichern.
"Dieses Zusatzevent soll speziell der Rettung der Eishalle dienen. Wir hoffen,
dass es sich zum Saisonschluss etablieren kann", erklärt Anja Reichelt ihr
Vorhaben. Der Reinerlös dieser Veranstaltung werde auf ein extra eingerichtetes
"Instandhaltungskonto" der Eishalle Dinslaken überwiesen, fügt Franz-Josef
Schlitt hinzu. Schlitt, der beim Metallwerk Dinslaken für Finanzverwaltung und
Controlling zuständig ist, steht Anja Reichelt beratend zur Seite. Mit dem Erlös
auf diesem Konto will die Pächterin die Stadt finanziell entlasten. Ziel sei es,
die anfallenden Instandhaltungskosten, die eigentlich die Stadt bezahlen müsse,
mit Geld von diesem Konto zu begleichen.Franz-Josef Schlitt rechnet vor: "Im
vergangenen Jahr hat die Stadt 9000 Euro für die Instandhaltung ausgegeben.
Demgegenüber beträgt die Pacht jährlich 30 000 Euro. Und die Pächterin stellt
die Halle dem Pachtvertrag gemäß 35 Wochenstunden für den Schulsport und die
Nutzung durch Vereine zur Verfügung." Auf 130 Euro beliefen sich dabei die
Betriebskosten pro Stunde, in den Schulstunden stelle Reichelt außerdem einen
Mitarbeiter als Trainer zur Verfügung.
Eine Veranstaltung reicht nichtDass es mit einer einzigen Benefizveranstaltung
nicht getan ist, ist beiden bewusst. So soll der Erlös des diesjährigen
Eismärchens, das "auf jeden Fall stattfinden wird", diesmal für die eigene Sache
verwendet werden. Bisher spendeten die "Kids on Ice" stets eine Summe an die
KIM-Initiative im Vinzenzhospital. Nun sei es aber an der Zeit, für die eigene
Sache zu kämpfen, meint Reichelt. Weitere neue Aktionen seien geplant. Im
kommenden Jahr soll mit einem Pferdemusical ein Sommerevent als dritte
Veranstaltung hinzu kommen. Zwei Mitarbeiter seien zudem damit beschäftigt,
Sponsoren zu suchen, etwa um die Kosten für das Drucken von
Veranstaltungsplakaten abzudecken und so den Reinerlös zu steigern.
"Seit zwölf Jahren bin ich jetzt Pächterin der Eishalle", sagt Anja Reichelt und
fügt hinzu: "So lange hat es noch kein Pächter in der Eishalle ausgehalten." Nun
versuche sie die Stadt mit dem Instandhaltungskonto zu entlasten. Die für den 6.
Mai geplante Veranstaltung "Rettet die Eishalle - Die Eisshow", die sie mit
ehrenamtlichen Helfern und den "Friends on Ice 2006" auf die Beine stellen will,
sieht Reichelt als Anstoß, ein symbolisches Signal dafür, dass sie weitermachen
wolle und für die Instandhaltung Gelder freimachen wolle. Dabei betonen sie und
Schlitt unisono: "Die Halle ist voll funktionsfähig."Noch in dieser Woche steht
für Anja Reichelt ein Termin bei Kämmerer Jörg Dehm an. Dort will die Pächterin
ihr Konzept für die Eishalle vorstellen. Ein Konzept, das bis zum Jahr 2013
ausgearbeitet ist. So lange laufe ihr gültiger Pachtvertrag. "Ich sehe mich
nicht als Bewerber für irgendeine Sache", stellt Anja Reichelt mit Blick auf die
von der Stadt von anderen Interessenten geforderten Konzepte fest. Ihr
Pachtvertrag bestehe weiterhin: "Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen."
Horst Dickhäuser, Pressesprecher der Stadt, erklärte auf Anfrage der NRZ, die
Frist zum 31. März, die den anderen Interessenten an der Eissporthalle gestellt
wurde, um ihre Konzepte vorzulegen, sei verlängert worden. Die Interessenten
hätten darauf aufmerksam gemacht, ein Konzept, das die Forderungen der Stadt
berücksichtige, sei in der Kürze der Zeit nicht zu erstellen gewesen.
Ende April, so Dickhäuser, werden sich die Fraktionen mit dem Thema befassen. So
lange sei also noch Zeit, Konzepte einzureichen. "Dann lassen wir uns
überraschen, was kommt", sagt Horst Dickhäuser. Bislang lägen noch keine
Konzepte vor.
Termin beim Kämmerer
Konto eingerichtet
27.03.2006 SIMONE BELLINGRÖHR

VON ANGELIKA RITZKA
DINSLAKEN Anja Reichelt ist eine Frau der klaren Worte. Und sie ist eine
Kämpferin. Sie sagt: „Die Eissporthalle ist voll funktionsfähig.“ Die Pächterin
der Eissporthalle geht in die Offensive – mit deutlichen Worten und einer
Benefizveranstaltung, deren Titel alles sagt: „Friends on Ice – rettet die
Eissporthalle.“
Mit Zuversicht in die Zukunft
Wir sehen sehr zuversichtlich in die Zukunft“, sagte Anja Reichelt gestern bei
der Vorstellung ihrer neuen Saisonabschlussveranstaltung im Mai. In Kürze wird
sie bei der Stadt ihr Konzept für die Weiterführung der Eissporthalle
vorstellen. Mit Franz-Josef Schlitt steht ihr ein Controller zur Seite, der sie
bei den finanziellen Fragen berät. Sie ist zuversichtlich, auch weiterhin
Pächterin zu bleiben: „Es ist schwierig, aber machbar. Wir machen’s seit zwölf
Jahren. So lange hat noch keiner durchgehalten.“ Teil ihres Konzepts soll sein,
extra Veranstaltungen zum Eismärchen und dem normalen Eislaufbetrieb anzubieten.
Zwei zusätzliche Großveranstaltungen, eine Show im Mai und ein Pferdemusical im
Sommer, möchte sie fürs Jahr auf die Beine stellen. Die „Friends on Ice“ am
Samstag, 6. Mai, sollen den Grundstein für eine noch zu legenden Tradition sein:
Eine bunte Eisshow, die jeweils am Saisonende stattfindet. Alle Akteure treten
ehrenamtlich auf. Auch alle Helfer sind ohne Bezahlung dabei, betonte die
Eissporthallen-Pächterin.
„Die Veranstaltung“, sagte Anja Reichelt, „ist auch ein Symbol. Ich hätte als
Pächterin ganz normal weitermachen können.“ Stattdessen habe sie zugesagt, die
Stadt bei der Unterhaltung der Hallefinanziell zu entlasten.
Aus diesem Grund werde sie ein Konto einrichten, auf das der Reinerlös der neuen
Veranstaltungen fließen werde .Von diesem Geld sollen anfallende Kosten für
Instandhaltungen der Halle bezahlt werden. „Der Stadt entstehen keine Kosten“,
unter-
strich Berater Franz-Josef Schlitt. Letztes Jahr habe die Stadt Dinslaken 9000
Euro in die Eissporthalle investieren müssen. „Die Hauptinstandhaltungskosten
trägt die Pächterin“, so Schlitt. Anja Reichelt ergänzt: „Falls es dazu kommt,
dass die Stadt die Halle dennoch schließt, spenden wir das Geld, das auf dem
Konto liegt, für wohltätige Zwecke.“
Jessica Kessler kommt
Viele bekannte Gruppen und Akteure werden am 6. Mai mitwirken, versprach Anja
Reichelt. Dazu zählt Musicalstar Jessica Kessler, die als Kind in Dinslaken das
Eislaufen in just jener Halle lernte, deren Zukunft nun diskutiert wird. Für die
Veranstaltung, so sagte Anja Reichelt,
werde Kessler extra von ihrem Arbeitgeber Space Entertainment freigestellt.
Zudem steht fest,
dass die „Kids on Ice“ auftreten. Mit weiteren bekannten Eisläufern stehe man in
Verhandlungen. „Es wird ein buntes Programm aus Sport und Show. Eine
Veranstaltung für die ganze Familie. Die Zuschauer können sich auf Musical und
Eiskunstlauf freuen“, sagte Anja Reichelt.
Pachtvertrag bis 2013 Dem Termin bei der Stadt sieht die Eishallenpächterin so
gelassen wie selbstbewusst entgegen: „Ich habe weiter vor, vernünftig mit der
Stadt zusammenzuarbeiten. Die Stadt ist mein Partner“, sagte Anja Reichelt. Und
sie fügte hinzu: „Ich sehe mich nicht in der Rolle einer Bewerberin. Ich habe
einen Pachtvertrag bis 2013.“
RP vom 28.3.2006
3.3.2006 Tagung des Arbeitskreises "Sportdorf bei den DIN-Tagen"
Gestern abend haben Herr Bonin und Herr Schlitt an der Tagung des
Arbeitskreises "Sportdorf bei den DIN-Tagen 2006" teilgenommen. Wir haben den
Organisatoren von
DIN@Mit in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportverband, unsere Zusage für die
erneute Teilnahme gegeben. Da diese Mitwirkung schon im vorigen Jahr ein Erfolg
war, bitte wir Euch, das letzte Wochenende im August hierfür freizuhalten. Wir
brauchen alle Vereinsmitglieder für diesen wichtigen Auftritt in der
Öffentlichkeit.
Interner Bericht vom 3.3.2006
Hierzu die Bilder Galerie von den DIN-Tagen 2005
14.02.2006 - Entscheidung über Eissporthalle im Juni
Dinslaken. Wenn alles klappt, wird der Rat der Stadt in seiner Juni-Sitzung über
die künftige Nutzung des Eissporthalle entscheiden. Im Vorfeld, bis Ende März,
sollen Anja Reichelt-Kamps als derzeitige Pächterin, Großgastronom Hermann
Hüsken und der neu gegründete Interessenverein zum Erhalt der Halle
ein „belastbares Konzept" (O-Ton Stadtkämmerer Jörg Dehm) vorlegen.
Auf diese Marschrichtung haben sich Dehm und die Spitzen der im Rat vertretenen
Fraktionen verständigt. Um der Pächterin und den Eisport treibenden Vereinen
eine minimale Planungsperspektive zu geben, ist die Stadt bereit, das Gebäude
bis zum Ende der Eissaison 2006/2007 offen zu halten. Parallel zur Aufforderung
an die Interessenten, praxistaugliche Konzepte für einen Weiterbetrieb des
Eissporthalle vorzulegen, stellt die Stadtverwaltung ihrerseits weitergehende
Überlegungen und detaillierte Untersuchungen (auch über einen Abriss) an.
Ein Konzept für den Erhalt der Halle, so hieß es mit Blick auf die Bewerber,
müsse unter anderem einen Geschäfts- und einen Investitionsplan für die nächsten
drei bis fünf Jahre enthalten. Die bisherigen Kontingente an Freistunden für den
Schul- und Vereinssport müssten, so Jörg Dehm, auch von einem möglicherweise
neuen Pächter/ Besitzer gewährleistet werden.
Einen (vermögenslosen) Verein würde die Stadt als Vertragspartner nicht
akzeptieren, denn ein angemessenes Risikokapital kann nur eine natürliche oder
eine juristische Person anbieten.
Das war die Pressemitteilung der Stadt Dinslaken vom 14.2.2006